Vom Samstag, dem 5. September, bis Samstag, dem 12. September 2026, stand wieder unsere jährliche Segelwoche auf dem Programm. Diesmal führte uns die Runde von Großenbrode über Gedser, Stubbekøbing, Vejrø und Rødbyhavn zurück nach Großenbrode. Gemeinsam waren wir mit drei Booten unterwegs – mit viel Vorfreude, wechselnden Wetterbedingungen und einigen besonderen Erlebnissen.
Am Samstag starteten wir morgens zwischen acht und neun Uhr von zu Hause in Schloß Holte-Stukenbrock. Nach den üblichen Staus und Verzögerungen erreichten wir Großenbrode bei spätsommerlichen Temperaturen. Dort trafen wir die anderen Crews und kamen erst einmal in Ruhe an.
Zur Vorbereitung gehörten die vertrauten Rituale: Jede Crew kümmerte sich um ihren eigenen Proviant, eingekauft wurde im selben Supermarkt in Großenbrode. Währenddessen übernahm der Skipper gemeinsam mit dem Bootsmann der Charteragentur das Schiff. Unsere über Mola Yachting gecharterte Bavaria Voyager 45 war in einem sehr guten Zustand. Die Freude darauf, endlich loszufahren, war entsprechend groß. Beim gemeinsamen Abendessen stand schließlich das Ziel der Woche fest: rund um Lolland.

Der Sonntag begann mit Frühstück und gemeinsamer Törnplanung an Bord. Wir entschieden uns, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. Auch die Baustelle des Fehmarnbelttunnels gehörte zu den Themen bei der Vorbereitung, obwohl wir sie auf der ersten Etappe nicht durchqueren mussten.
Dann ging es endlich los. Zunächst führte uns der Weg aus dem Hafen von Großenbrode durch die Fahrrinne hinaus auf die Ostsee und an Fehmarn vorbei. Ein schönes Schiff, die Crew voller Vorfreude und die erste Etappe vor uns – das war genau die Aufbruchsstimmung, die einen solchen Törn besonders macht.
Unser erstes Ziel war Gedser. Bei frischem Wind liefen wir den Hafen an und machten in einer Box fest. Soweit ich mich erinnere, verliefen sowohl die Ansteuerung als auch das Anlegemanöver gut. Abends gingen wir im Hafenrestaurant lecker essen und ließen den ersten Tag auf dem Wasser ausklingen.

Am Montag führte uns die nächste Etappe nach Stubbekøbing. An diesen Aufenthalt habe ich nur wenige konkrete Erinnerungen. Offenbar gab es dort keine besonderen Ereignisse, die sich mir eingeprägt haben. Auch solche Etappen gehören zu einer Segelwoche dazu.
Am Dienstag erreichten wir Vejrø. Die Privatinsel war einer der besonderen Stopps unserer Runde. Sie verfügt über eine eigene Landebahn und einen Helikopterlandeplatz und wird durch ein exklusives Hotel geprägt, das unter anderem für Gruppenaufenthalte genutzt wird. Auch Jagden können dort gebucht werden; auf der Insel gibt es viele Fasane.
Der Hafen war nach meiner Erinnerung mit etwa 510 dänischen Kronen der teuerste unserer Reise. Dafür hatte er mit Abstand die besten sanitären Anlagen auf der gesamten Runde. Wir blieben nur einen Abend, aber Vejrø hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Am Mittwoch ging es weiter nach Rødbyhavn. Es war sehr windig, und der Wind kam häufig direkt von vorn. Unter Segeln hätten wir lange kreuzen müssen und wären womöglich erst in der Nacht angekommen. Deshalb entschieden wir uns, große Teile dieser Strecke unter Motor zurückzulegen.
In Rødbyhavn machten wir im hinteren Teil des Industriehafens fest. Dort lagen auch zahlreiche Arbeitsschiffe für den Bau des Fehmarnbelttunnels. Ihre An- und Ablegemanöver sorgten für ein lebhaftes Bild. Die kräftig motorisierten Schiffe bei ihrer Arbeit zu beobachten, war ein Erlebnis für sich.
Am Donnerstag stand die Rückfahrt nach Großenbrode an. Diesmal führte unser Weg durch den Baustellenbereich des Fehmarnbelttunnels. Dabei kam es darauf an, die mit Tonnen markierte Durchfahrt und die Vorgaben von Fehmarnbelt Traffic zu beachten. Die Kontaktaufnahme mit der Verkehrsüberwachung war deshalb ein wichtiger Punkt in unserer Planung.
Ursprünglich wollten wir noch mit dem Boot nach Burgstaaken fahren, um dort im Fischrestaurant Zum Goldenen Anker zu essen. Aufgrund der Wetterverhältnisse änderten wir den Plan: Wir liefen direkt Großenbrode an, machten in unserem Hafen fest und fuhren am Abend mit dem Auto über die Fehmarnsundbrücke nach Burgstaaken.
Dort erwartete uns eine Überraschung. Im Hafen fanden gerade Tatort-Dreharbeiten mit Wotan Wilke Möhring statt. Deshalb konnten wir nicht wie geplant direkt beim Restaurant parken und stellten das Auto etwas weiter entfernt ab. Wir spazierten durch Burgstaaken, schauten den Dreharbeiten zu und gelangten durch den Hintereingang ins Restaurant. Vom Goldenen Anker aus hatten wir einen guten Blick auf das Geschehen im Hafen. Schauspieler, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, einmal bei der Arbeit zu erleben, war ein unerwarteter Abschluss unseres letzten Abends auf der Runde.
Am Freitag machten wir noch einmal kurz los, fuhren zur Tankstelle, tankten das Boot auf und leerten den Fäkalientank. Anschließend ging es zurück in unsere Box und zur Rückgabe des Schiffes.
Ein Nachspiel gab es allerdings noch: Bei der Rückgabe waren keine entsprechenden Schäden dokumentiert worden. Am Sonntag meldete sich die Charteragentur und wies auf Schäden am Rumpf im Bug- und Heckbereich hin, die noch beglichen werden mussten. Wir selbst hatten nicht bemerkt, wann oder wo diese entstanden waren. Das war ein bedauerlicher Abschluss. Die Versicherung übernahm die Regulierung, sodass für uns kein großer finanzieller Schaden entstand.
In Erinnerung bleibt vor allem eine abwechslungsreiche Segelwoche: die Vorfreude beim Ablegen, gemeinsame Abende, die besondere Insel Vejrø, das geschäftige Treiben der Arbeitsschiffe und schließlich der überraschende Blick hinter die Kulissen eines Tatort-Drehs. Das Wetter bestimmte manche Entscheidung mit – und gerade diese Mischung aus Planung, Anpassung und unerwarteten Erlebnissen machte unsere Runde rund um Lolland aus.
Auch bewegte Bilder gehören zu unserem Rückblick: Jeden Tag habe ich mit der GoPro kurze Filmaufnahmen gemacht. Daraus entsteht ein gemeinsamer Film über die gesamte Segelwoche.
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